Neue Perspektiven durch molekulare Spektroskopie
Wir freuen uns, Dr. Safa Khemissi am Institut zu begrüßen. Sie promovierte an der Universität Paris-Est Créteil (UPEC) und forschte anschließend am Laboratoire Interuniversitaire des Systèmes Atmosphériques (LISA) in Frankreich. Als Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung wird sie in den kommenden zwei Jahren in der AG Molekularstrahlspektroskopie von Prof. Dr. Grabow am Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie tätig sein. Dort kombiniert sie experimentelle und theoretische Ansätze, um die molekularen Strukturen und Dynamiken von Krebsmedikamenten zu entschlüsseln – anhand zweier Fluorouracil-Derivate als Referenzsysteme.
Präzision und Innovation zwischen Chemie und Physik
Dr. Khemissi erwarb ihren Bachelor-Abschluss in Physikalischer Chemie in Tunesien und ihren Master-Abschluss in Chemie an der UPEC. Ihr akademisches Leben ist geprägt von großer Kreativität, hervorragender Forschung und Leidenschaft. Für ihre Doktorarbeit schloss sie sich der Forschungsgruppe von Prof. H. V. Lam Nguyen an, um quantenmechanische Effekte bei gekoppelten Methyl-Innenrotationen mit sehr niedrigen Barrieren zu entschlüsseln, die deren Bewegungen mit großer Amplitude behindern. Die spektralen Eigenschaften lassen keine traditionelle Mustererkennung mehr zu, wenn es darum geht, solche Moleküle mit ausgeprägter interner Dynamik zu entschlüsseln, einschließlich ihrer Komplexe mit Lösungsmitteln wie Wasser. Die Präzision der von ihr geplanten experimentellen Arbeit dürfte es ihr ermöglichen, das Verständnis der selektiven molekularen Erkennung von Arzneimitteln in Chemie und Biologie voranzutreiben. Ein aktueller Engpass ist hier die Analyse und Modellierung der internen Dynamik komplexer molekularer Systeme, um die umfangreichen Informationen zu entwirren, die in den Experimenten zu solchen Quantensystemen gewonnen wurden. Dr. Khemissi möchte diesen Engpass mit einem Ansatz überwinden, bei dem kurze Laserimpulse in Überschallausdehnungen eingesetzt werden, die mit hochauflösender Mikrowellen-Kohärenzspektroskopie untersucht werden.
Erstklassiges Netzwerk: Alexander von Humboldt-Stiftung
Mit ihrem renommierten Förderprogramm unterstützt die Alexander-von-Humboldt-Stiftung exzellente internationale Forschende bei einem Forschungsaufenthalt in Deutschland. Damit stärkt die Stiftung nicht nur den wissenschaftlichen Austausch, sondern auch die internationale Sichtbarkeit der Forschung am Institut.
- Profil im Humboldt-Netzwerk: Dr. Safa Khemissi